Start Blog Harte „Strafen“: Ziemiaks Springer-assistiertes Wahlkampfmanöver auf dem Rücken der Missbrauchsopfer

Harte „Strafen“: Ziemiaks Springer-assistiertes Wahlkampfmanöver auf dem Rücken der Missbrauchsopfer

cocoparisienne / Pixabay

Die Kampagnen der Springerpresse sind und waren schon immer durchschaubar. Attackiert wird SPD-Justizministerin Lambrecht, weil sie sich weigert, den sexuellen Missbrauch von Kindern nicht grundsätzlich als juristisch schwerwiegenderes Verbrechen statt wie bisher als Vergehen einstufen, kann man in BILD und WELT lesen. Angeblich streitet die GROKO über ein härteres Strafmaß für Kinderschänder, Ziemiak geht es aber mit seiner law and order Parole um Wählerstimmen. Die SPD ist als Mehrheitsbeschaffer obsolet geworden, Schwarzgrün steht ganz oben auf dem Wunschzettel. Und schaut man sich die Skandale der letzten Jahre um in Kinderpornografie verwickelte Politiker an, wird man das Gefühl nicht los, dass die Sozialdemokraten in diesem Punkt die Grünen überholt haben.

Ein Wort zu Frau Lambrecht. Da gibt es diese Missbrauchsmütter, wie im jüngsten Skandal, wieder einmal im katholischen Münster. NRW scheint einer der Hotspots zu sein. Meistens unterstützen diese Mütter, Ehefrauen und Lebensgefährtinnen den Missbrauch nicht aktiv, aber sie decken ihn, verheimlichen, verharmlosen und wollen hinterher von allem nichts gewusst haben. Nur selten trennt sich eine Missbrauchsmutter von ihrem Partner, der die eigenen Kinder missbraucht, was ein viel zu verharmlosender Begriff ist. Frau Lambrecht steht stellvertretend für diese Frauen, die durch ihr Nichthandeln schwere Mitschuld auf sich laden. Bei den Grünen waren es Künast, Roth und viele weitere „Frauen“, die nach der „Pädophilieaffäre“ von allem nichts gewusst haben wollten. Damit war der Fall erledigt.

Wir erinnern uns. Es war Wahlkampf. Die Chefredakteurin der TAZ, Ines Pohl, lehnte einen Artikel des Journalisten Christian Füller zu pädophilen Vergangenheit der Grünen ab. Angeblich, weil er journalistischen Standards nicht entsprochen haben soll. Das ist nicht sehr verwunderlich, wurde doch die TAZ einst von einem Kinderschänder mitgegründet und bekommen dort nicht nur Pädophiliebefürworter, sondern gar Tiervergewaltiger eine Plattform geboten. Nach der Ablehnung des Artikels kochte die Affäre erst richtig hoch. Volker Beck und Daniel Cohn-Bendit, auch Jürgen Trittin kamen als Wortführer bzw. Verantwortliche für die Legalisierung der Pädophilie wenig überraschend ohne größere Konsequenzen davon. Beck musste ein paar Schlagzeilen über sich ertragen, ach wie schlimm. Auch der Skandal an der Odenwaldschule, der grünen Kaderschmiede schlechthin, ist längst vergessen.

Die Union will mit dem Thema punkten, Seehofer fordert mal wieder die Vorratsdatenspeicherung. Was für eine verlogene Drecksbande. Diesen schmierigen Politikern geht es nicht um die Kinder, sonst würden sie in ihrem eigenen Mistladen gehörig aufräumen und hochdekorierte Parteikollegen öffentlich outen, um die sich seit langem gewissen Gerüchte ranken. Wer den Sumpf trocken legen will, kommt mit „härteren Strafen“ – wovon in deutschen Komfortgefängnissen sowieso keine Rede sein kann – keinen Meter weiter. Dem institutionalisierten Missbrauch würde man mit der Trennung von Staat und Kirche einen gewaltigen Riegel vorschieben. Solange der Staat als Steuereintreiber und Komplize den Kirchen ihre eigene Gerichtsbarkeit zugesteht, wird sich nichts ändern. Freilich steht immer der schwule Männerverein der Katholischen Kirche im Fokus, aber die EKD ist um keinen Deut besser. Neben den Kirchen gibt es zwei weitere Religionsgemeinschaften, denen noch dazu die rituelle Genitalverstümmelung von Kindern per Ausnahmeregelung erlaubt ist. Aber der Islam und das Judentum sind über jede Kritik erhaben. In einer aufgeklärten, freiheitlich-demokratischen Gesellschaft darf so etwas keinen Platz haben, doch was will man von Politikern erwarten, die das Recht auf körperliche Unversehrtheit mit der Zwangsimpfung gegen Masern und demnächst wohl auch gegen „Corona“ dem Altar der Pharmaindustrie opfern? Nichts, natürlich.

Zahlreiche NGOs, wie der Kinderschutzbund oder Amnesty International Deutschland waren von Pädophilen unterwandert oder wurden gleich von ihnen (mit-) gegründet. Von einer Aufarbeitung hat man bis heute nichts gehört. Daneben gibt es ein breites Hilfsangebot für Pädophile, gefördert durch Steuergelder, während die Opfer insbesondere des kirchlichen Missbrauchs mit lächerlichen Entschädigungssummen abgespeist werden. Zu den „runden Tischen“ hat man die Betroffenen gar nicht erst eingeladen.

Das zweifelhafte Charité-Programm „Kein Täter werden“ suggeriert sogar, dass Übergriffe von „Pädophilen“ mit einer geeigneten Therapie verhindert werden könnten. Tatsächlich haben aber auch Pädophile das Programm absolviert, nachdem sie erste Straftaten begangen hatten. Und mit diesen Worten lobte das „Präventionsnetzwerk“ die Darstellung von Pädophilie in der Lindenstraße: Ab Folge 1732 ff der Lindenstraße kämpft ein Mann mit seinen Gefühlen für die 12-jährige Nachbarin. Um dem Thema gerecht zu werden, haben die Produzent*innen ausführlich sowohl am KTW-Standort Berlin als auch in Düsseldorf recherchiert. Das Ergebnis ist eine differenzierte und glaubwürdige Darstellung der Pädophilie. Der Opferverband Netzwerk B. sieht die „Arbeit“ der Charité im Dienst am Pädophilen dagegen sehr kritisch.

Was ist mit der Pornosierung der Gesellschaft? Trägt diese nicht auch zur Verharmlosung von „Pädophilie“ bei, die sogenannte Experten als sexuelle Präferenz und nicht mehr als Störung derselben verstanden wollen wissen? Das Phänomen des sexuellen Missbrauchs von Kindern ist nicht neu, schon Sigmund Freud beschrieb es in seinen ersten Arbeiten, machte dann aber daraus den „Ödipus-Komplex“, durch den die Kinder, vor allem Mädchen, der Verführung des eigenen Vaters beschuldigt werden. Die Kindheitsforscherin Alice Miller (Am Anfang war Erziehung, Das begabte Kind etc.) warf Freud in ihren Arbeiten vor, er habe den familiären Missbrauch aus Rücksicht oder Angst vor der Kirche verschleiert. Bis heute ist das Thema ein großes gesellschaftliches Tabu, dabei gehen wir doch alle angeblich so locker mit Sexualität um, feiern den CSD und Conchita Wurst, als wäre es das normalste von der Welt.

Frühsexualisierer kommen mit dem Sex-Koffer bereits in die Kitas, die gleichen Politiker, die dieses vorantreiben, fordern auf der anderen Seite ein Verbot der Prostitution, ihre Jugendorganisation setzt sich für die Abschaffung des Inzestparagraphen ein. Wenn dann aber so abscheuliche Taten wie in Münster, Lügde und der katholischen Kirche ans Tageslicht kommen, will niemand etwas gewusst haben. Es sind Leute, wie Frau Lambrecht, die den Tätern den Raum für ihr Handeln erst schaffen, aber auch jeder Nachbar, „Sozialarbeiter“, Lehrer, all die Sexualpädagogen und Therapeuten, Forensiker und sonstige Experten, deren Blick alleine den Tätern gilt. Welche Rolle spielt die Justiz dabei? Warum kommen selbst Mehrfachtäter mit Strafen davon, die nicht im Ansatz dem möglichen Strafrahmen ausschöpfen? Ist der Sumpf um einiges tiefer, als die letzten Skandale vermuten lassen? Wenn etwas „richtig“ aufgedeckt wird, so wie jetzt in Münster, dann sind es ausschließlich „private“ Netzwerke, im Fall Lügde spielt man die Beteiligung und Verantwortlichkeiten von Polizei und Jugendämtern herunter, nie aber wird eine Verbindung zu politischen Netzwerken aufgedeckt. Und wenn doch, dann handelt es sich um eine Verschwörungstheorie, beteuert dann vor allem die Springerpresse, die jetzt zugunsten der Union gegen Lambrecht agitiert. Dabei zieht sich das Phänomen des sexuellen Missbrauchs durch alle Gesellschaftsschichten, warum sollte es in der Politik anders und vor allem weniger organisiert und professionalisiert zugehen? Herrn Ziemiak und seine Parteikumpanen wird das nicht kümmern, man schneidet sich eben nicht gerne ins eigene Fleisch.


Erstveröffentlichung auf: O24