Start Blog Truppenabzug: Trump setzt Wahlversprechen um – Presse läuft Amok

Truppenabzug: Trump setzt Wahlversprechen um – Presse läuft Amok

Donald Trump / Foto: public domain

Es war eines seiner zentralen Wahlversprechen. Donald Trump hat auf seinen vielen Wahlkampfveranstaltungen die Rolle der USA als Weltpolizist stets infrage gestellt und sprach wiederholt davon, die Truppen im Ausland zu reduzieren. Die USA sollten sich auf sich besinnen und aufhören, Kriege in aller Welt zu führen. Sein Vorgänger Barack Obama und seine Konkurrentin Hillary Clinton sahen das freilich anders. Nachdem die USA mehrfach von der Bundesrepublik gefordert hatten, ihren Verpflichtungen gegenüber der NATO beizukommen und mehr zu zahlen, hat er jetzt ein Memorandum unterzeichnet, mit dem Pentagon angewiesen wird, bis September 9500 Soldaten aus Deutschland abziehen und die Zahl der Truppen auf 25 000 zu begrenzen.

Die „deutsche“ Presse läuft Amok, beschimpft Trump als „transatlantische Abrissbirne“ (Mittelbayrische Zeitung) und „geschichtsvergessen“. ntv schreibt: Der frühere Befehlshaber der US-Truppen in Europa, Ben Hodges, hat die angeblichen Pläne der US-Regierung unter Präsident Donald Trump für eine Truppenreduzierung in Deutschland scharf kritisiert. Hodges sagte dem „Spiegel“, die Entscheidung von Trumps Kernteam sei ein „kolossaler Fehler“ und ein „rein politisches Manöver“. „Die Entscheidung illustriert, dass der Präsident nicht verstanden hat, wie essenziell die in Deutschland stationierten US-Truppen für die Sicherheit Amerikas sind.“

Trump wolle Angela Merkel treffen, weil sie ihre Teilnahme am G7 Gipfel abgesagt hat und natürlich bringt die Provinzpresse (Mittelbayrische Zeitung) die Russen ins Spiel. Wenn das keine Verschwörungstheorie ist: „Dass Trump wenige Tage vor der Entscheidung mit seinem Ratgeber aus dem Kreml sprach, mag bloß ein Zufall sein. Der Beifall des russischen Präsidenten hingegen ist ihm gewiss.

Wird es nicht endlich an der Zeit, dass die Deutschen erwachsen werden und selbst auf sich aufpassen? Außerdem will Ursula von der Leyen doch unbedingt eine „europäische Armee“. Wäre das nicht ein willkommener Anlass, die „Europäer“ zu ihrer eigenen Sicherheit um ein paar zusätzliche Steuermilliarden zu erleichtern? Aber Scherz beiseite. Eine „unabhängige Presse“ müsste doch über Trumps Entschluss hocherfreut sein und eher noch fordern, dass er alle Soldaten abzieht, damit von deutschem Boden nie mehr ein Krieg ausgeht, wie Willy Brandt es einst gefordert hat. Dagegen erzählen sie das Märchen, dass die US-Truppen den Frieden Europas „sichern“. Was meinen sie damit, etwa die Drohnenangriffe, die von Ramstein und dem sagenumwobenen Daggercomplex bei Darmstadt koordiniert werden? War es nicht Obamas erste Amtshandlung, gleich nachdem er den Friedensnobelpreis fürs Nichtstun oder Farbigsein bekommen hatte, einer Hochzeitsgesellschaft in Pakistan das Licht auszublasen? Ach, ich vergaß: Wir schreiben das Jahr 1984 und Krieg ist Frieden …


Erstveröffentlichung auf: O24