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Währungsreform: Bankenverband drängt auf digitalen Euro

Mit dem Handelsblatt berichtet jetzt auch der Mainstream über die Forderung nach einem digitalen Euro. Deutsche Banken fordern die rasche Einführung des digitalen Euros, um gegenüber China und den USA nicht den Anschluss zu verlieren. EZB-Chefin Lagarde hatte noch während ihrer Zeit beim IWF den westlichen Staaten nationale Kryptowährungen „empfohlen“. An der Spitze der EZB verfolgt sie weiter die Abschaffung des Bargelds, aber das ist die weitaus geringere Gefahr, die mit der Einführung des digitalen Euros droht. Die Schuldenexzesse der vergangenen Jahre und ihre nochmalige Zuspitzung während der „Corona-Krise“ schreien geradezu nach einer Rasur. „Währungsreform“ ist ein böses Wort. Einfacher ist die Einführung einer Kryptowährung, die parallel zum „richtigen“ Euro betrieben wird.

Zu welchem Kurs wird der digitale Euro dann gehandelt? 2 : 1 oder noch mehr Gefälle? Wird er überhaupt an den „richtigen Euro“ gebunden? Zunächst mit Sicherheit, um die Bürger nicht zu verschrecken, das hieße aber nicht, dass es für immer so bleibt. Und wenn erst einmal genügend Schafe in die Falle getappt sind und theoretisch alle Bürger am digitalen Zahlungsverkehr teilnehmen können, braucht es den normalen Euro nicht mehr. Zudem wäre der digitale Euro keine dezentrale Kryptowährung wie der Bitcoin, sondern nichts anderes als Zentralbankengeld, das auf all seinen Wegen zurückverfolgt werden kann und Steuerhinterziehung und Schwarzmarktgeschäfte verunmöglichen soll. Das Märchen vom Bitcoin als Lieblingszahlungsmittel von Kriminellen wird dazu immer wieder gerne aufgetischt. Ich glaube allerdings kaum, dass die Dealer im Görlitzer Park etwas anderes als Euros haben wollen. Im Zweifel frage man ein Mitglied des rotrotgrünen Senats, das sich in diesem Metier bestens auskennen sollte.

Was vor allem in Deutschland noch fehlt, um eine eigene europäische Kryptowährung als bevorzugte digitale Zahlungsmethode zu etablieren, ist schnelles Internet. Nicht nur die Abwicklung der Transaktionen, auch die Auswertung der Daten, nach denen die Finanzämter sicher jetzt schon gieren, verlangen hohe Rechenleistung und Datenraten, die DSL und 4G nicht bieten können. Noch ist das Zeitfenster geöffnet, bis das Horrorszenario der totalen Kontrolle Wirklichkeit werden kann. Mit der Corona-App ging es auch plötzlich rasend schnell in Richtung noch mehr Überwachungsstaat. Was mich besonders erschreckt, ist die totale Ahnungslosigkeit, nicht nur bei „Normalbürgern“, sondern auch Leuten, die im Finanzwesen arbeiten, doch von den technischen Möglichkeiten, die die Blockchain bietet, keinen blassen Schimmer haben. Wenn die Zentralbanken Kryptowährungen zum Standard mit Annahmezwang erheben, gibt es keinen Ausweg mehr. Der gläserne Bürger ist spätestens ab dann real.


Erstveröffentlichung auf: O24