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Bergisch-Gladbach: 30.000 Kinderschänder und das Ende der Anonymität im Internet

NRW-Justizminister Biesenbach präsentierte gestern die Ermittlungsergebnisse der ZAC NRW und richtet zum 01.07.2020 eine neue Task Force zur Bekämpfung des netzkonnexen Kindesmissbrauchs ein. Im Fall Bergisch-Gladbach weisen die Spuren auf 30.000 Tatverdächtige hin.

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Die Politik will jetzt endlich handeln und Teufel mit Belzebub austreiben. Er klingt schon fast wie seinerzeit der als Richter Gnadenlos bekannt gewordene Roland Schill:

„Lügde, Bergisch Gladbach und Münster sind zum traurigen Synonym für schwerste Straftaten des Kindesmissbrauchs geworden. Es ist gut und richtig, dass Polizei und Justiz alle denkbaren Schritte unternehmen, diese Taten aufzuklären und die tatverdächtigen Personen zur Rechenschaft zu ziehen. Die strafprozessuale Aufarbeitung der Vorgänge hat bereits erste sehr deutliche Ergebnisse erbracht.“

Für einen Oscar reicht es sicher nicht, eventuell bekommt der Rheinländer einen Bambi, wenn er sich wie Stephanie zu Guttenberg ins Privatfernsehen wagt, und wöchentlich Jagd auf Kinderschänder macht. Aufgeklärt wurde immer schon gerne, solange es Quote bringt und der Politik Wählerstimmen sichert. Nach jedem Skandal, der erst von Netzwerken in Politik und Justiz klein gehalten und dann plötzlich und unerwartet der verschreckten Öffentlichkeit aufgetischt wird, erschallt der Ruf nach härteren Gesetzen und mehr Überwachung im Internet.

O’Ton Biesenbach: „Ich habe daher die ZAC NRW gebeten, zum 01.07.2020 eine eigene Task Force zur Bekämpfung des netzkonnexen Kindesmissbrauchs aufzustellen, deren vornehmste Aufgabe es ist, die Personen zu den Pseudonymen im Internet zu ermitteln. Die Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen haben hochkarätige Spezialisten für die Bearbeitung von Sexualstraftaten und Kindesmissbrauch. Wir ergänzen diese Expertise jetzt um eine digitale Dimension. Wenn wir Kindesmissbrauch im Netz aktiv bekämpfen wollen, müssen wir auch über die Regelungen über die Speicherung von Daten sprechen. Das eine geht nicht ohne das andere.“

Geht es wirklich um die Kinderschänder? Von den Opfern ist in unserer täterfixierten Gesellschaft sowieso nie die Rede. Warum setzt der Herr Minister nicht alle Hebel in Bewegung, um erst mal den Betroffenen zu helfen? Gleich noch eine rhetorische Frage: Warum räumt Herr Biesenbach nicht in seinem eigenen Saustall auf, statt das Internet durchforsten zu lassen? In Lügde beispielsweise waren es willige Helfer und undichte Stellen bei Polizei, Justiz und Jugendämtern, natürlich aber nie, nein niemals nie, in der höheren Politik, die all die Jahre die Taten gedeckt haben. Warum wohl?

Warum wird der Skandal, der eigentlich gar keiner ist, siehe den Fall „Elysium“, jetzt durch alle Gazetten und „Nachrichtensendungen“ gejagt? Die Plattform hatte mit über 90.000 Nutzern gleich dreimal so viele Verdächtige, wie im aktuellen Bergisch Gladbacher Fall. Und obwohl sich das Phänomen Kindesmissbrauch quer durch alle Gesellschaftsschichten zieht, hat sich unter den 90.000 Datensätzen nicht ein Politiker oder eine andere „höher stehende“ Persönlichkeit befunden. Im Bergisch Gladbacher Fall wird es wohl nicht anders sein. So etwas kommt immer erst heraus, wenn die Drahtzieher verstorben und die Taten „verjährt“ sind.

Wenn ein aktueller Fall „aufgedeckt“ wird, geht es um andere Dinge, wie die Einschränkung der Netzanonymität und der Etablierung fragwürdiger Überwachungsmethoden, die eines Rechtsstaates unwürdig sind. Und nicht zuletzt darum, beteiligte „Würdenträger“ aus der Schusslinie zu bringen. Aber in einer Gesellschaft, die Politiker frei herumlaufen lässt, die sich einst und heute angeblich nicht mehr, für eine Legalisierung der Pädophilie eingesetzt haben, gibt es keine Würde zu verteilen.

Wo Sexualpädagog*innen mit Analdildos und ekelhaften Rollenspielen auf Grundschulkinder losgelassen werden, wo die Massenmedien Perversionen als „cool“ und „hipp“ anpreisen und offenkundig gestörte Ideologen Menschen mit einer gesunden Sexualität naserümpfend als „Cisgender“ bezeichnen, um es alsbald als eine Form des „white privileg“ zu bekämpfen, entsteht zwangsläufig ein Paradies für Kinderschänder. Die Strafen sind lächerlich, während die Opfer in jedem Fall lebenslänglich mit den Folgen der schweren Verbrechen belastet werden. Was sollte man auch sonst von einer durch und durch kinderfeindlichen Politik erwarten, die mit immer mehr „Ganztagsbetreuung“ und ideologisch durchseuchten „Bildungsplänen“ ganz aktiv genau so schlimmen Seelenmord an Kindern betreibt, wie die Kinderschänder, die sie angeblich jetzt, aber jetzt wirklich und ein für alle mal und mit allen Mitteln bekämpfen will, selbst wenn es unsere Privatsphäre kostet. Heuchler!


Erstveröffentlichung auf: O24