Das passiert nicht nur, wenn man die Besatzersprache zwar in der Schule gelernt hat, aber trotzdem nicht versteht… Wovon rede ich eigentlich?
Zum Beispiel von Bananarama. Ein typisches Disco-Trio der 80er Jahre. Sie sangen tanzbare Popsongs und hatten einige Zeit großen Erfolg. Einer der Hits hieß „Robert de Niro“. Hier das Video:
Ich übersetze mal die ersten beiden Strophen:
Alle Hoffnungen zerschmettert
Wie zerbrochene Teenagerträume
Die netten Jungs von nebenan
Sind selten das, was sie zu sein scheinen
und weiter
Ein Spaziergang im Park kann zum Albtraum werden
Leute starren mich an und verfolgen mich
Der einzige Ausweg aus all dem
Ist einen Film schauen oder auf ein Gesicht an der Wand (Plakat)
Im Refrain träumen die Sängerinnen dann von Robert de Niro, der auf sie wartet und Italienisch spricht…
Kurzum, es geht um Vergewaltigung und Dissoziation. Toller Text für einen Flirt auf der Tanzfläche…
Wie viele Eltern nennen ihre Kinder Luka und warum?
Spielt der Folk-Pop Song „Luka“ von Suzanne Vega dabei eine Rolle?
Es geht um Kindesmisshandlung, das Opfer namens Luka singt von seinem Schicksal, von dem niemand Notiz nimmt. Das Stück ist melodisch und einfühlsam gesungen, aber wen interessiert der Text? Die vielen Lukas sollten mal ihre Eltern fragen, wie sie zu ihrem Namen kamen…
Wenn ein zertifizierter Gutmensch von Sex mit einer Vierzehnjährigen singt, die er schwängert und dann sitzen lässt
Wenn ich mich nicht irre, wurde das Lied 1976 veröffentlicht und mehrfach in den typischen Fernsehsendungen übertragen. Frank Zander als Interpret stellt einen Sänger dar, der sich lautstark darüber beschwert, dass die Produzenten sein Lied zensiert hätten und dann geht es los:
„Du warst gerade vierzehn Jahr, als ich dich im Beat-Club sah …. ich war nicht mehr der Jüngste sowieso…..“
Zander, heute bekannt für sein alljährliches Weihnachtsessen für Obdachlose inklusive kostenloser Zwangsimpfung, unvergessen auch sein Eintreten für Franziska Giffey nachdem diese ihren Doktortitel verloren hatte, hat damals aber nicht Illegales besungen. Geschlechtsverkehr zwischen erwachsenen Männern und Mädchen ab 14 waren nach den Reformen des Sexualstrafrechts (1973) nicht strafbar, solange keine besonderen Schutzumstände vorlagen. Darunter fielen Abhängigkeitsverhältnisse (z. B. Lehrer-Schüler, § 174 StGB), die Ausnutzung einer Zwangslage, oder Sex gegen Entgelt. All das wird in dem Liedchen nicht thematisiert. Und es war ja überhaupt nur ein lustiges Liedchen, wie kann man so verklemmt sein und sich darüber aufregen? Es war halt eine andere Zeit…
Richtig, es war diese Zeit, in der Kellerbars Mode wurden und verklemmte Erwachsene bei jeder Gelegenheit mit Partyhütchen und Luftschlangen feierten und wenn der Pegel hoch genug war, hörte man sich so lustige Schallplatten aus der Reihe „Ohne Hemd und ohne Höschen“ an. Es war auch ganz normal, dass Peter Maffay in der ZDF-Hitparade davon sang, wie er als 16Jähriger von einer doppelt so alten Frau zum Mann gemacht wurde.
Das Fernsehen dieser guten alten Zeit, nach der sich so viele zurück sehnen, weil „wir ja alle so frei und unbeschwert“ ohne politische Korrektheit aufwachsen durften, war voller Zweideutigkeiten und der tägliche Busenblitzer in einer dieser „progressiven“ Sendungen wie „Klimbim“, „Plattenküche“ und „Bananas“ oder auch Tatort, wurde zum Quotenbringer. Einer der heute noch gefragten Höhepunkte ist „Reifezeugnis“ mit der minderjährigen Nastassja Kinski, ein wahrer Leckerbissen für Liebhaber von Funkenmariechen, die sonst nur beim Karneval ganz legale Stielaugen machen durften.
Es war die Zeit, in der Pädophilengruppen und Sodomiten um politischen Einfluss rangen und später auch bekamen und es war die Zeit von Ekel Alfred, der heute in konservativen Wählerschichten als Leuchtfeuer der Meinungsfreiheit hochstilisiert wird. Ich konnte nie so richtig über diese primitive „Comedy-Serie“ lachen. So Typen wie Ekel Alfred waren der Standard in vielen Arbeiter- und Bauernfamilien. Er sollte eine Karikatur darstellen, war aber nur eine fernsehtaugliche entschärfte Variante der Wirklichkeit, denn „Heil Hitler“ oder dies, das oder jenen „vergasen“, wie der damalige Sprachgebrauch lautete, wäre auch damals nicht ohne Folgen geblieben.
Diese Zeit, ohne Fahrradhelm und Sicherheitsgurt, in der niemand die Ketten spürte und Freiheit mit Vulgarität verwechselt wurde, erscheint mir heute als logische Vorstufe der Gegenwart in all ihrer Verderbtheit und Perversität. Besonders das Fernsehen mit seinen nur drei Programmen hat viel dazu beigetragen, die Hirne der damaligen Generation gleichzuschalten. Das erklärt nicht alles, aber die Verklärung sorgt zuverlässig dafür, dass die Wurzeln des Übels unerkannt bleiben.




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