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Der Laizismus ist tot

So lautet auch die Schlagzeile des Leitartikels der Tiroler Tageszeitung, mit der sich immer noch über die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee echauffiert wird. Serdar Sahin schreibt, Erdogan habe die Zeit um 100 Jahre zurückgedreht. Im Westen kann man es immer noch nicht fassen, dass die Länder des Orients auf nationalstaatliche Souveränität pochen und mit der Gottlosigkeit der Moderne nichts am Hut haben wollen.

hagia sophia museum
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Es ist richtig, wenn es heißt, dass Erdogan an Rückhalt verloren hat und ein Zeichen setzen muss, da die Türkei noch immer nicht zur „Schutzmacht“ des Nahen Ostens aufgestiegen ist, wie es der Staatspräsident versprochen hatte. Und auch, wenn der Islam aus westlich-aufgeklärter Sicht als rückständig betrachtet wird, sollte man die Macht des Glaubens nicht unterschätzen. Erdogan wird nicht ruhen und seinen Feldzug fortsetzen, sofern er nicht ein ähnliches Ende wie Saddam Hussein oder Gaddafi findet. Das aber hätte im Westen dramatische Folgen, da Türken in vielen Ländern die größte ausländische Community darstellen. Der Westen muss eine Antwort finden, wenn er als Kulturgemeinschaft überleben will.


Erstveröffentlichung auf: O24